Depression, Einsamkeit, Leistungsdruck, Social Media und Resilienz – beim ersten Schüler:innen-Präventionskongress im Cineplex Münster wurde offen über Themen gesprochen, die viele Jugendliche bewegen, über die aber oft noch zu wenig gesprochen wird.

Mehr als 200 Schüler:innen aus Münster und der Region kamen am 19. Mai 2026 im Cineplex Münster zusammen, um gemeinsam mit Expert:innen, Betroffenen und engagierten jungen Menschen über psychische Gesundheit im Jugendalter zu diskutieren. Im Mittelpunkt standen Fragen, die viele Jugendliche direkt betreffen: Was tun, wenn es einem psychisch nicht gut geht? Wie erkenne ich Depressionen? Welche Rolle spielen Einsamkeit, Leistungsdruck oder Social Media – und wo finde ich Hilfe?

Besonders bemerkenswert: Der Kongress wurde maßgeblich von Schüler:innen gestaltet und moderiert. Die Schüler-Moderatorinnen Helen Alichmann, Lora Walhof und Lena Westphal führten durch das Programm und schufen gemeinsam mit den Gästen einen offenen Raum für ehrliche Gespräche – auf Augenhöhe und ohne Tabus.

Zu den Akteur:innen gehörten Expert:innen aus Medizin, Wissenschaft, Prävention und Bildung. Der Kinder- und Jugendpsychiater Prof. Dr. Dr. Holtmann erklärte, woran Depressionen bei Jugendlichen erkannt werden können und warum frühe Unterstützung entscheidend ist. Vertreter:innen der Bundesschülerkonferenz machten deutlich, wie wichtig mehr Präventionsangebote und psychologische Unterstützung im Schulalltag sind.

Ein starkes Signal setzte auch die Zusammenarbeit verschiedener gesellschaftlicher Partner. Gefördert wurde die Veranstaltung durch die Stiftung Westfalen-Initiative. Geschäftsführer Christoph Dammermann machte deutlich, wie wichtig gesellschaftlicher Zusammenhalt, Eigenverantwortung und Räume für offene Gespräche junger Menschen sind. Als Co-Förderer unterstützte zudem die Bertelsmann Stiftung das Event – vertreten durch Anja Langness. Auch die Robert-Enke-Stiftung brachte ihre Expertise in den Kongress ein: Gianluca Maione setzte wichtige Impulse rund um Aufklärung, Prävention und Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen bei jungen Menschen.

Besonders emotional wurde es bei persönlichen Erfahrungsberichten von Betroffenen und beim Austausch über die Herausforderungen junger Menschen zwischen Schule, Zukunftsängsten, Leistungsdruck und sozialer Unsicherheit. Deutlich wurde dabei immer wieder: Psychische Gesundheit betrifft uns alle – und Zuhören kann ein erster wichtiger Schritt sein.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Frage, wie Schulen künftig stärker zu Orten der Prävention, Offenheit und gegenseitigen Unterstützung werden können. Der Kongress machte deutlich: Junge Menschen wollen reden, Fragen stellen und Verantwortung übernehmen – wenn man ihnen Raum dafür gibt.

Der Schüler:innen-Präventionskongress setzte damit ein wichtiges Zeichen für mehr Aufklärung, mehr Sichtbarkeit psychischer Gesundheit und mehr Menschlichkeit im Schulalltag.

Ein besonderer Dank gilt allen Schüler:innen, Expert:innen, Unterstützer:innen und Partnern, die diese Veranstaltung möglich gemacht haben.